Einkaufsdienste, Abholung von Medikamenten und Gespräche gegen Einsamkeit. Die Hilfswerk Nachbarschaftszentren ziehen ein Resümee über die neuen Hilfsdienste in der Krisenzeit.

Mehr als 2.000 Einsätze für Wien

Was zu Beginn der Corona-Krise gezählt hat, war rasche und unbürokratische Hilfe für Menschen, denen die Einschränkungen des öffentlichen Lebens und die Sorge vor dem Virus besondere Probleme bereiteten. Die von der Stadt Wien geförderten Hilfswerk Nachbarschaftszentren übernahmen daher mit neuen Hilfsdiensten Verantwortung, um die Krise zu bewältigen. Zivildienstleistende und Freiwillige kauften für ältere Menschen und Personen in Hochrisikogruppen Lebensmittel ein oder holten für sie Medikamente in Apotheken ab. Zwischen Mitte März und Mitte Juli gab es mehr als 2.000 Einsätze in Wien. Damit konnten die Nachbarschaftszentren neben den gesetzten Maßnahmen der Stadt Wien sowie anderer NGOs und Initiativen wichtige Beiträge zur Krisenbewältigung liefern.

Rasche Lösung von Problemlagen

Nachdem die Hilfesuchenden ihre Einkaufsliste telefonisch durchgesagt hatten, erhielten sie die Einkäufe und auch Medikamente kontaktlos und unter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen oft noch am selben oder nächsten Tag. Zum Beispiel hatten Frau M. (74 Jahre) und ihr Mann (92 Jahre) aufgrund ihres hohen Alters und mehrerer Vorerkrankungen große Sorge, das Haus zu verlassen. Sie kontaktierten die Nachbarschaftszentren, die sofort eine Freiwillige losgeschickt haben, um Frau M. und ihrem Mann dringend benötigte Lebensmittel zu besorgen. In vielen Fällen wurden die Hilfesuchenden wöchentlich mit Lebensmitteln oder Medikamenten beliefert.

Mit den Spenden von Firmen, Vereinen und Privatpersonen konnten außerdem mehr als 100 Lebensmittelpakete an Klient*innen in der Sozialen Orientierungsberatung ausgegeben werden. Fehlte darüber hinaus zu Hause ein Drucker, wurden Hilfesuchenden wichtige Formulare für Anträge bei Ämtern gratis ausgedruckt und kontaktlos übergeben. Mit dieser Vielzahl an Hilfsdiensten konnten die Nachbarschaftszentren auf viele durch Corona entstandene Problemlagen reagieren und diese lösen.

11.000 telefonische Hilfestellungen und Informationsabgaben

Von Mitte März bis zur schrittweisen Wiedereröffnung Mitte Mai haben die zehn Nachbarschaftszentren mehr als 11.000 telefonische Hilfestellungen geleistet und Informationen abgegeben. Darüber hinaus wurden über 3.000 Krisen- und Beratungsgespräche geführt. Die Themen am Telefon reichten von der Auskunft zu den Corona-Hilfsdiensten bis zur Bewältigung finanzieller Notlagen. Die Isolation alleinstehender Menschen führte zu Einsamkeit und löste Unsicherheiten aus. Daher wurde neben den Besorgungsdiensten ein telefonischer Gesprächsdienst für Menschen eingerichtet, die in der Krisenzeit niemanden zum Reden hatten. Bei einem Plauscherl vermittelten hauptamtliche und freiwillige Mitarbeiter*innen Wertschätzung, Vertrauen und Sicherheit.

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